HistAK Neumarkt
Historischer Arbeitskreis Neumarkter Hochtal

NEUMARKT ALS ZENTRUM DER STEIRISCHEN ARCHÄOLOGIE

Im Juli und August dieses Jahres wurden zwei vierzehntägige archäologische Lehrgrabungen der Grazer Universität im Neumarkter Hochtal durchgeführt. Für die Feldarbeit der Summerschool zum Thema Verwertung und Vermarktung archäologischer Forschung des Universalmuseums Joanneum wurde auch unsere Region ausgewählt.  

Älteste Kirche der Steiermark

In Mariahof wurden die Grabungen bei der Kirche unter der Leitung von Frau Mag. Steinegger fortgesetzt (Verein FIALE)  Dabei wurden frühchristliche Gräber
(8. / 9. Jhd) und die Fundamente einer Vorgängerkirche aus dieser Epoche gefunden. Damit ist die Mariahofer Kirche die bislang älteste aufgefundene Kirche der Steiermark.



IFrau Mag. Astrid Steinegger bei einer vom Historischen Arbeitskreis organisierten Führung

Großes Gräberfeld aus der Eisenzeit

Die zentrale Lehrgrabung für den frühgeschichtlichen Bereich fand unter der Leitung von Dr. Marko Mele am Linder Feld statt. Dabei wurde der endgültige Beweis erbracht, dass die auf den Luftbildern erkennbaren Kreise tatsächlich Gräben der eingeebneten Hügelgräber aus der Älteren Eisenzeit (Hallstattzeit 800 bis 450 vor Christus) sind.

 

Auf den Luftfotos sind anhand von Bewuchsmerkmalen die Konturen von eingeebneten Grabhügeln zu erkennen, Foto: GIS Steiermark

 Hallstattzeitliche Siedlung in Tauchendorf

Allein von Tauchendorf bis St. Marein befinden sich 4 große Gräberfelder aus dieser vorchristlichen Epoche. Neben der großen Grabung am Linder Feld wurden auch Grabungsschnitte im Bereich Diktl (Pöllau) und in Tauchendorf (Kulm) geöffnet. Die große hallstattzeitliche Siedlung in Tauchendorf konnte dabei bestätigt werden.  


 

Mit Hilfe der Neumarkter Feuerwehr war es möglich, das 15 mal 15 Meter große Grab von oben zu fotografieren.


Vereinsarbeit

Dem Historischen Arbeitskreis Neumarkter Hochtal ist es gelungen, innerhalb von nicht einmal 2 Jahren bei der Erforschung der frühgeschichtlichen Besiedlung unserer Region einen großen Schritt nach vorne zu machen. Möglich war dies in erster Linie durch das Engagement der Mitglieder und durch die gute, man könnte auch sagen freundschaftliche Verbindung mit dem Joanneum.

Am Tag der offenen Grabung kamen zu  den Führungen  mehr als 120 Besucher, neben Einheimischen und Urlaubern waren auch zahlreiche Leute aus dem gesamten steirischen und  kärntnerischen Raum angereist



Finanzierung

Probleme gibt es natürlich im finanziellen Bereich. Allein die geophysikalische Untersuchung kostet an die 4000 Euro. Unser Dank gilt all jenen die uns unterstützen, sei es mit Gratisarbeitsleistungen, Gratisdruck von Plakaten oder Geldbeträgen. Der Dank gilt natürlich auch der Gemeinde Neumarkt, die die Kosten für die Unterbringung der Studenten für beide Grabungen übernommen hat. Für die finanzielle Unterstützung durch den Bürgermeister aus seinem Bürgermeisterbudget möchten wir uns besonders bedanken.

EU Projekte

Nachdem wir nun die Möglichkeit haben von den Inhalten zweier Länder übergreifender EU-Projekte (IronAge Danube und PaleoDiversiStyria)  zu profitieren, hoffen wir, dass das nicht an vergleichsweise kleinen lokalen Investitionen scheitert. Der erste große Schritt ist getan, jetzt müssen wir alles daransetzen, dass wir den Weg gemeinsam weiter gehen, damit daraus letztlich auch eine positive wirtschaftliche Entwicklung resultiert.    

Werner Fest, HistAK Neumarkter Hochtal